11 kW oder 22 kW – Welche Wallbox ist die richtige?

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Ein schnelles, effizientes und sicheres Aufladen des Elektroautos wünschen sich viele Besitzer - idealerweise sogar über Nacht, wenn das Auto nicht benutzt wird. Wer dies möchte, kommt nicht an einer eigenen Ladestation zu Hause herum. Eine geeignete Lösung hierfür ist die Wallbox, die, wie der Name bereits verrät, an einer Hauswand oder in der Garage montiert wird.

Wer sich für eine private Ladestation entscheidet, steht jedoch schnell vor der nächsten Herausforderung: Welche Wallbox ist für mich besser geeignet? Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was Sie bei der Wahl zwischen einer 11 kW- und einer 22 kW-Wallbox berücksichtigen sollten.

· 4 Min Lesezeit

Ladedauer

Je nach Fahrzeug und dessen technischen Gegebenheiten kann die Dauer eines Ladevorgangs sehr unterschiedlich sein. Ein weiterer wichtiger Faktor ist zudem die Ladeleistung der Wallbox. Die Faustregel besagt: Je höher die Ladeleistung des Wandanschlusses, desto schneller lädt der Akku. So wird ein durchschnittliches E-Auto in der Regel bereits fünfmal schneller geladen, wenn man auf eine 11 kW-Wallbox anstelle einer einfachen Haushaltssteckdose zurückgreift.

Ein Elektroauto mit einer 40 kWh-Batterie wird so dank einer 11 kW-Wallbox innerhalb von etwa 5 Stunden aufgeladen, eine größere 60 kWh-Batterie nach etwa 8 Stunden. Der Einsatz einer 22 kW-Wallbox würde jene Ladezeiten somit halbieren.

Die Ladedauer der 11 kW-Wallbox zeigt jedoch, dass diese im Normalfall für den Privatgebrauch vollkommen ausreichend ist. Eine 22 kW-Wallbox lädt zwar wesentlich schneller, andererseits muss das Auto auch dafür ausgelegt sein. Ist die Ladeleistung des E-Autos zu niedrig, erreicht auch eine stärkere Wallbox keine schnellere Ladezeit. In der Praxis ist eine 22 kW-Wallbox insbesondere im gewerblichen Bereich interessant, wo die Ladezeiten der Geschäftsflotte so knapp wie möglich gehalten werden soll.

Kosten

Die Anschaffungs- und Installationskosten beider Wallboxen unterscheiden sich nur geringfügig. Der Aufwand ist hierbei fast identisch. Ein wesentlicher Unterschied besteht beim Anschließen, da in einigen Fällen vor der Installation einer 22 kW-Wallbox technische Veränderungen vorgenommen werden müssen. Vor allem in älteren Gebäuden könnte baulicher Anpassungsbedarf bestehen. An den daraus entstehenden Baukosten kann man als Auftraggeber persönlich beteiligt werden, wodurch schnell Investitionen in Höhe von mehreren tausend Euro notwendig werden.

Melde- und Genehmigungspflicht

Ein großer Vorteil beim 11 kW-Modell ist, dass lediglich eine Meldepflicht beim Netzbetreiber notwendig ist. Im Gegensatz dazu muss eine Wallbox mit 22kW jedoch sowohl gemeldet als auch vom Netzbetreiber genehmigt werden. Wichtig: Dies muss bereits vor der Inbetriebnahme geschehen. Falls der Netzbetreiber diese Genehmigung nicht erteilt, wird es schwierig dagegen vorzugehen. Daher ist es ratsam, sich schon in der Planungsphase mit dem Netzbetreiber in Verbindung zu setzen.

Auswirkung auf die Batterie

Das schnelle Laden hat ebenfalls Auswirkungen auf den Akku. Eine Aufladung durch die 22 kW-Wallbox strapaziert die Batterie wesentlich stärker, wodurch sich gleichzeitig die Lebensdauer der Batterie verkürzt. Im Umkehrschluss ist die längere Ladedauer durch eine 11 kW-Wallbox schonender für den Akku und verlängert seine Lebensdauer. Auf lange Sicht kann sich dies zu einem weiteren Kostenfaktor entwickeln, sollte die Batterie früher ausgetauscht werden müssen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Wallbox Modell Vorteile Nachteile
11 kW-Modell Ggf. günstiger durch geringere Anschlusskosten Längere Ladezeiten
  Lediglich Meldepflicht beim Netzbetreiber  
  Schonender für die Batterie  
22 kW-Modell Schnellere Ladezeiten (Halbierung der Ladedauer) Melde- und Genehmigungspflicht beim Netzbetreiber
Stärkeres Strapazieren der Batterie
Ggf. höhere Kosten durch Anschluss

Fazit

In der Regel reicht für eine durchschnittliche Privatpersonen die 11 kW-Wallbox aus, da das E-Auto problemlos über Nacht voll aufgeladen wird. Weiterhin ist nur eine Melde- und keine Genehmigungspflicht beim Netzbetreiber notwendig. Anders als beim 22kW-Modell sind hier nämlich keinerlei technische Anpassungen notwendig.Das langsamere Laden hat außerdem zur Folge, dass die Batterie stärker geschont wird und sich somit ihre Lebensdauer verlängert, was sich auf lange Sicht als weiter Kostenvorteil herausstellt.

Eine 22 kW-Wallbox erfordert im Vorfeld eine Genehmigung durch den Netzbetreiber und zieht regelmäßig technische Änderungen am Anschluss nach sich ­– somit auch zusätzliche Kosten. Vor der Anschaffung sollte ebenfalls überprüft werden, ob das Fahrzeug für eine entsprechend höhere Ladeleistung ausgelegt ist. Sollte die maximale Ladeleistung des Autos nicht entsprechend hoch sein, bringt auch eine leistungsfähigere Wallbox keinen Mehrwert in puncto Ladegeschwindigkeit. Somit ist die 22kW-Wallbox nur interessant für Fahrzeuge, deren technische Rahmenbedingungen eine schnellere Aufladung zulassen. Eine eher geeignete Zielgruppe stellen die gewerblichen Nutzer dar. So können insbesondere Unternehmen mit Transportfahrzeugen vom zügigen Laden und kürzeren Standzeiten profitieren.